16.12.2013 | Herrenbasketball - HTC wird für mangelnden Einsatz in Barop bestraft
TVE Barop - HTC 79:68 (24:19; 18:16; 23:11; 14:22)
Nach zwei starken Auftritten vor heimischem Publikum war es für die erste Herren allerhöchste Zeit mal wieder unter Beweis zu stellen, warum man in dieser Liga als "Wundertüte" gilt. Bereits im Vorfeld zeichnete sich ab, dass ein Großteil der Mannschaft gedanklich bereits in den Feiertagen befand. Einige Spieler verschliefen den Treffpunkt, die Trikots trafen verspätet in der Halle ein, beim Aufwärmen wurden Privatgespräche geführt, anstatt sich auf das Spiel vorzubereiten... Alles Kleinigkeiten, die Coach Brackmann jedoch mittlerweile zu deuten weiß. „Bereits beim Aufwärmen kann man erkennen, wie mein Team auftreten wird" fasste Brackmann nach dem Schlusspfiff die erneut vermeidbare Niederlage zusammen.
Wie es dazu kam: Bereits in den ersten beiden Angriffen des Oberliga-erfahrenen TVE wurden erneut Absprachefehler in der Zonenverteidigung deutlich, wodurch man sich direkt zwei Dreier einfing (6:2; 2. Min.). Doch ganz so schnell wollte der HTC dann doch nicht die Segel streichen. Angeführt von einem starken Daniel Pajonk, der im ersten Viertel bereits neun Punkte auf seinem Konto hatte, leitete Herne einen 10:3-Lauf ein und ging damit vorerst in front (9:12; 5. Min.). Nach einer Baroper-Auszeit hatte man jedoch die Schwachstellen in der Herner Defense lokalisiert und nutzte diese durch eine weite Aufstellung und viel Laufarbeit konsequent aus. Durch einen 12:4-Konter erkämpfte sich der TVE die Führung zum Viertelende zurück (24:19; 10. Min.).
Das zweite Viertel eröffnete Herne mit einem Dreier, doch die aufkeimende Hoffnung der Gäste wurde bereits im Ansatz wieder zunichte gemacht. Bis zur Viertelmitte baute Barop die Führung mühelos aus, wobei man mit einem Minimalaufwand in der Verteidigung immer wieder zu leichten Fast-Break-Situationen kam (38:28; 15. Min.). Brackmann hatte genug gesehen und setzte in einer Auszeit alles auf eine Karte, indem er auf eine Mann-Mann-Verteidigung umstellte, leider ebenfalls ohne Erfolg. Lediglich Pajonk und DeLaCruz hielten den HTC weiterhin durch ihre starke Verteidigung und mehrere Ballgewinne im Spiel. Zum Glück für Herne ging dem TVE langsam die Luft aus und wurde dadurch zur Auswechslung einiger Starter gezwungen. Folge war ein Einbruch im Dortmunder Offensiv-Spiel, was Herne zu einem kleinen 5:2-"Lauf" in den letzten vier Minuten der Halbzeit nutzte und den Rückstand somit einigermaßen im Rahmen hielt (42:35; 20. Min.).
In der Halbzeit versuchte Brackmann seine Schützlinge wachzurütteln und einige taktische Feinabstimmungen vorzunehmen. Denn eines war klar: mit dieser Leistung würde man im Sportzentrum Renninghausen keinen Blumentopf gewinnen können. Doch die Baroper hatten nun bereits den süßen Duft des Sieges in der Nase und wollten diesen mit allen Mitteln auch einfahren. Zwar hielt der HTC in diesem Viertel zumindest kämpferisch dagegen, aber eine starke Trefferquote von außen sorgte dafür, dass der Vorsprung des TVE weiterhin verwaltet werden konnte. Besonders auffällig war, dass Herne immer den gleichen gegnerischen Scharfschützen ungestört werfen ließ, wofür sich dieser mit drei Dreiern zum Viertelanfang bedankte. Ein 10:2-Run der Dortmunder brachte in der 28. Minute die höchste Führung des Spiels zustande (61:43). Das kopflose "Herumgeeiere" des HTC auf beiden Seiten des Spielfelds lud den TVE kontinuierlich zu leichten Punkten ein. Unkonzentriertes Pass-Spiel, eine schechte Wurfauswahl und eine komplett fehlende Help-Side unter dem Korb sorgte dafür, dass die Brackmannsche Truppe in dieser Phase vom Gegner hoffnungslos überrannt wurde. Besonders die Herner Center hatten einen schwarzen Tag erwischt. Trotz körperlicher Überlegenheit, sicherten sich meist die Hausherren den Rebound und die Baroper Guards konnten unbehelligt durch die herner Zone spazieren. Insgesamt markierte Barop in diesem Viertel mehr als doppelt so viele Punkte wie der HTC (23:11)!
Der Drops war gelutscht, hätte man vermuten können. Doch noch hatte Daniel Pajonk, der sein bislang bestes Saisonspiel ablieferte, etwas dagegen. Sechs unbeantwortete Punkte in Folge durch den routiniert auftretenden Herner Guard ließen die gegnerische Halle tatsächlich nochmal etwas leiser werden. Doch ein Pajonk alleine reichte gegen diesen souverän und abgeklärt auftretenden Gegner leider bei Weitem nicht und ein 6:0-Konter folgte postwendend (71:52; 35. Min.). Trotzdem mobilisierte der HTC angestachelt durch ihren Trainer-Guru nochmal alle Kräfte. Besser spät als nie. Irbin DeLaCruz zeichnete sich erneut durch viel Engagement und starke Defense aus und trieb seine Mitspieler bis zur letzten Spielsekunde an. Plötzlich spielte Herne wieder Basketball, zumindest in den letzten fünf Spielminuten(!) und gegen einen nicht mehr allzu viel Einsatz zeigenden Gegner. Doch dies soll die gute Leistung am Ende nicht schmälern. Verbesserte Reboundarbeit, ein gutes Auge für den Mitspieler und kompromisslose Verteidigung ließen Herne am Ende zumindest mit erhobenen Hauptes das Spielfeld verlassen. Ein abschließender 10:2-Lauf, bei dem DeLaCruz seinen zweiten Dreier markierte und zu dem Daniel Pajonk seine Punkte 21-24 beisteuerte verhinderten, dass der HTC mit einer "Klatsche" nach Hause fahren musste, auch wenn am Ende der unumstrittene und verdiente Sieger TVE Barop hieß (79:68; 40. Min.).
Fazit: Schade, schade, schade. Trotz einer mehr als sub-optimalen ersten Hälfte und einem katastrophalen dritten Viertel, hielt sich das Ergebnis an diesem Spieltag mit 11 Punkten Differenz noch im Rahmen. Was wäre wohl bei einer normalen Tagesform möglich gewesen? Vielleicht erfahren wir es im Rückspiel... Klar ist jedoch, dass man mit einer solchen Leistung gegen einen ehemaligen Oberligisten nicht gewinnen kann. Wie so oft beim HTC klappt entweder alles, oder wie in diesem Fall gar nichts. Die Abwesenheit von Starting-Five-Spieler Felix Wenzel und das unkonzentrierte Auftreten, sowie erneute kapitale Fehler in der Verteidigung, wenig Laufbereitschaft und eine nicht wirklich zufriedenstellende Freiwurfquote (11/18; 61%) besiegelten bereits früh die Herner Niederlage gegen einen bezwingbaren Gegner. Desweiteren trat man am letzten Spieltag 2013 wieder mal nicht als Mannschaft auf, was die Herner Negativ-Leistung zusätzlich begünstigte. Durch mangelnde Disziplin auf dem Spielfeld und in den Auszeiten, so wie kopfloses Zusammenspiel und leichtfertig verspielte Angriffe, schlug sich die Mannschaft von Trainer Martin Brackmann in diesem Spiel vor allem selbst. Nach acht Spieltagen liegt man aktuell bei einer mageren Bilanz von 4 Siegen zu 4 Niederlagen auf Platz 6 der Tabelle. Ohne Frage wäre hier bislang mehr drin gewesen und diese Platzierung kann den Ansprüchen von Martin Brackmann und seinem Team nicht genügen. Die Feiertage sollten von jedem Spieler genutzt werden um zur Ruhe zu kommen und den Kopf freizukriegen, damit man im kommenden Jahr wieder mit viel Elan angreifen kann (genug gut zu machen gibt es ja bereits). Und welche Zeit wäre besser dazu geeignet, als Weihnachten?!
In diesem Sinne wünscht der HTC-1 allen Freunden und Fans der Mannschaft ein harmonisches Weihnachtsfest im Kreise der lieben, so wie einen guten Rutsch ins neue Jahr 2014!
Scoring: Pajonk 24/1/7-9; Konsek, A. 15/3-5; Klems 9/1-2; Badziong 8/2; DeLaCruz 6/2; Biermann 2/0-2; Korschek 2; Wroblewski 2; Kaminski (n.e.)

Benedikt Badziong
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