12.01.2014 | HTC-Damen fehlt das Wurfglück
Friendsfactory Baskets - Herner TC 74:71

Viertel: 19:13, 24:20, 18:19, 13:19.

FFB: Georgieva (15/1 Dreier), Tarasava (15/1), Lehtoranta (14/2), Henderson (12/2), Höhne (8, 10 Rebounds), Szttya (6), Gut (4), Bondarenko, Tauschek, Högg.
Rebounds: 25 (20 defensiv, 5 offensiv). Freiwurfquote: 88 % (16/18).

HTC: Salomaa (24/4), Koop (17, 16 Rebounds), Karic (10/1), Gawronska (8/2), Tuomi (7), Davis (4), Wright (1), Terzic, Flasarova, Van der Velde, Müller, Bräuer.
Rebounds: 43 (29 defensiv, 14 offensiv). Freiwurfquote: 80 % (16/20).

Ein paar Zentimeter fehlten den HTC-Damen zur Verlängerung. Als Katarina Flasarovas Distanzwurf vier Sekunden vor Schluss auf den Ring fiel und von dort in Linda-Lotta Lehtorantas Hände sprang, ließen Hernes Bundesliga-Basketballerinnen die Köpfe hängen. Fast 40 Minuten waren sie in Nördlingen einem Rückstand hinterhergerannt, hatten sich nie abschütteln lassen, waren ein paarmal drauf und dran, die Partie umzubiegen, und nun war doch alles vergebens. Die Friendsfactory Baskets hatten ihren Vorsprung in einem intensiven, schnellen und dramatischen Spiel noch so eben ins Ziel gerettet und auch das zweite Aufeinandertreffen mit Herne knapp für sich entschieden.
Knapp, aber durchaus verdient, wie auch Marek Piotrowski einräumte. „Wir hatten es selbst in der Hand. Aber Nördlingen hat fast die ganze Zeit geführt und deshalb den Sieg verdient“, gab der HTC-Trainer offen zu. Als die ganz stark beginnende Emina Karic noch in der ersten Minute zum 2:4 traf, konnte niemand ahnen, dass dies die letzte Herner Führung bleiben würde. In den folgenden Minuten ging es zwar rauf und runter, aber während beim HTC kaum noch ein Ball durch den Ring rutschte, trafen die Gastgeberinnen fast alles. Hendersons Dreier zum 19:8 (8.) schraubte die Führung der Baskets erstmals in den zweistelligen Bereich. Aber Karic mit einem Dreier und einem Freiwurf und Teya Wright mit ihrem einzigen Punkt brachten Herne bis zur Sirene noch auf 13:19 heran.
Im zweiten Viertel schien die Partie zu kippen, denn nun liefen zwei Hernerinnen heiß, die Nördlingen offenbar nicht auf der Rechnung hatte: Henna Salomaa und Magda Gawronska. Sie führten den HTC vom 15:25 (12.) zum 29:29 (15.) heran. Doch der Konter ließ nicht lange auf sich warten. Nördlingen traf gegen die mitunter etwas fahrige Herner Deckung weiter hochprozentig, während der HTC in der Offense oft in Hektik verfiel und sich etliche Ballverluste und Fehlwürfe leistete. So ging es mit einem Zehn-Punkte-Rückstand in die Kabine.
Dort forderte Piotrowski für die zweite Hälfte mehr Aggressivität. Mit Erfolg. Die Gäste verteidigten nun besser, kamen auf fünf Punkte heran (47:42), ehe sich Nördlingen durch Dreier von Lehtoranta und Georgieva wieder absetzte. Doch vor allem Salomaa war nicht unterzukriegen. Die Finnin machte allein in diesem Viertel 14 Punkte und hielt Herne auf Schlagdistanz.
Im Schlussabschnitt knabberte der HTC den Rückstand Stück für Stück ab, war beim 64:63 (34.) auf einen Punkt ran, musste dann wieder eine 0:6-Serie hinnehmen. In letzter Minute war es Lisa Koop, die neben Salomaa beste Hernerin, die sich zweimal am Brett durchsetzte und mit vier Punkten zum 72:71 die Spannung auf die Spitze trieb. Sofort folgte das Foul, 13 Sekunden waren noch auf der Uhr – aber Tarasava zeigte bei ihrem Heimdebüt im Nördlinger Team keine Nerven. Eiskalt versenkte die Weißrussin beide Würfe zum 74:71. Herne brauchte den Dreier, spielte Flasarova frei, doch der Tschechin fehlte diesmal das Wurfglück. Schade.

12.01.2014 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer
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