13.01.2014 | Neues Jahr, alte Probleme - Herner TC blamiert sich in eigener Halle
Herrenbasketball
HTC - Schwerter TS 59:63
Ohne ihren Längsten Jörg Klems, der aus privaten Gründen abwesend war, aber dennoch guten Mutes startete Herne in die erste Partie 2014. Doch bereits von Anfang an zeigte sich, dass an diesem Spieltag zwei Mannschaften auf Augenhöhe aufeinandertrafen. Während Schwerte gleich zu Beginn einige Würfe von außen versenkte, plagte der HTC sich in eigener Halle mit ungewohnt viel Wurfpech herum. Zum Glück arbeitete Tobias Biermann vorbildlich am Offensivrebound und verwertete mehrere zweite Chancen (9:5, 4.Min.). Im weiteren Verlauf des ersten Viertels taten sich beide Mannschaften recht schwer und am Ende stand ein mageres 12:12 auf dem Anschreibebogen.
Im zweiten Viertel erhöhte sich die Intensität und beide Kontrahenten zogen das Tempo an. Ein kurzer Hänger der Lokalmatadoren und mehrere Mitteldistanztreffer der Gäste brachten die Turnerschaft aus Schwerte erstmals etwas deutlicher in Führung (12:19, 12.Min.). Trainer Brackmann nahm die Auszeit, mit Erfolg. Seine Schützlinge kamen neu motiviert zurück auf Spielfeld und legten nun ihrerseits einen -Lauf aufs Parkett. Der beste Herner an diesem Tag, Alexander Konsek, arbeitete hierbei vorbildlich auf beiden Seiten unter dem Brett und markierte allein in dieser Phase 10 Punkte (28:27, 18.Min.). Zur Halbzeit führte der HTC hauchdünn mit 32:31 (20.Min.).
In der Halbzeit nahm man sich vor härter zu verteidigen und konzentrierter im Abschluss zu sein. Dies funktionierte im dritten Viertel auch ganz gut und die Hausherren gingen durch zwei Dreier von Ben Badziong und mehrere Korbaktionen von Jascha Korschek in Führung (44:39; 28. Min.). Leider verpasste man es in dieser Phase durch eine schwache Freiwurfquote abzusetzen und Schwerte blieb in Schlagdistanz (47:41; 30. Min.). Im Schlussabschnitt erwischten dann die Gäste den besseren Start und gingen zur Viertelmitte erneut in Führung (54:55; 35. Min.). Doch kurz darauf wurde die harte Gangart der Turnerschaft bestraft und die beiden stärksten Schwerter mussten mit ihrem fünften Foul das Spielfeld verlassen. Die Marschroute war nun klar, man wollte den neu entstandenen Größenvorteil nutzen.
Doch wie bereits bei der Auftaktniederlage in Kaiserau, verbaute der HTC sich seine Siegchancen durch eine fehlende Mannschaftshierarchie und mangelnde Disziplin selber. Unqualifizierte Kommentare und unnötige Zwischenrufe von der eigenen Bank brachten die Herner dermaßen aus dem Konzept, dass ein Bruch im Spiel entstand. Folge waren ein technisches Foul, sowie mehrere überhastete Einzelaktionen, die allesamt ihr Ziel verfehlten. Die Anspiele unter den Korb funktionierten auch nur suboptimal und eine weiterhin katastrophale Freiwurfquote stellte die Krönung dieser Negativ-Phase dar. Dass die Schiedsrichter nach dem Ausscheiden der beiden Schwerter sich dazu entschieden, keinerlei Fouls mehr gegen die STS zu pfeifen war zwar ärgerlich, aber nicht zu ändern. Trotzdem war noch alles offen für den HTC. 30 Sekunden vor dem Ende, beim Spielstand von 49:50, ließ sich Badziong zu einem freien, aber voreiligen Dreipunktewurf hinreißen, anstatt zu versuchen die eigene Überlegenheit am Korb auszuspielen. Der potenzielle Führungstreffer verfehlte jedoch sein Ziel, Schwerte punktete im Gegenzug per Fastbreak und bekam sogar noch einen Bonusfreiwurf und die Messe war gelesen. So schnell kann es im Basketball gehen, allerdings hatte der HTC auch mehr als eine Chance leichtfertig liegengelassen das Spiel für sich zu entscheiden.
Fazit: Zwei Mannschaften auf Augenhöhe lieferten sich über 40 Minuten einen erbitterten Kampf, wobei Schwerte das glückliche Ende für sich entschied. Und wieder einmal fehlte dem HTC der “Killerinstinkt“ um den Sack frühzeitig zuzumachen und den Sieg zu sichern. Abgesehen von den mittlerweile gewohnten Hoch- und Tiefphasen der Herner, hatte man am Ende alle Karten in der Hand die Punkte einzusacken. Wenn man allerdings so unprofessionell wie an diesem Spieltag auftritt, ist das Ergebnis weniger beim Können der Spieler zu suchen, als in der grundlegenden Teamchemie und Einstellung der einzelnen Team-Mitglieder. Besonders ärgerlich war, dass dies bereits die zweite unnötige Niederlage dieser Art in einer Saison darstellt. Normalerweise hätte man erwarten können, dass die Mannschaft aus ihren Fehlern lernt. Dies war nicht der Fall, aber Trainer Brackmann hat ja nun zwei Trainingseinheiten zur Verfügung, um die Einstellung seiner Schützlinge zu verbessen um vielleicht in der kommenden Woche beim TSC Eintracht Dortmund den ersten Sieg 2014 einzufahren. Allerdings ist es noch ein langer Weg bis dahin und der starke Aufsteiger aus Dortmund hat dabei ja auch noch ein Wörtchen mitzureden. Warten wir es ab…
Scoring: Konsek, A. 20/8-11; Biermann 15/1-2; Badziong 9/3; Korschek 7/3-6; Wenzel 4/0-1; DeLaCruz 4; Pajonk, Wroblewski, Konsek, D. (n.e.)
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