18.01.2014 | Bonusspiel gegen die Bayern der Liga
Auf die Bundesliga-Basketballerinnen des Herner TC wartet am Samstag die schwerste aller denkbaren Aufgaben – und zugleich die leichteste. Die Partie gegen den TSV 1880 Wasserburg (18 Uhr, Sporthalle der Mont-Cenis-Gesamtschule) ist eine Art Bonusspiel, in dem es nichts zu verlieren, aber eine Menge zu gewinnen gibt.

Der Meister und aktuelle Tabellenführer vom Inn ist der gesamten nationalen Konkurrenz weit enteilt, spielt quasi in einer eigenen Liga. Bayern halt. Niederlagen gegen diesen Gegner sind überall eingepreist. Wer den TSV an einem seiner seltenen etwas schwächeren Tage erwischt und die Gunst der Stunde nutzen kann, der darf sich glücklich schätzen. Weil die Liga hinter Wasserburg sehr ausgeglichen ist, sind solche unerwarteten Punkte besonders wertvoll.

Piotrowski wittert eine Chance

So sieht es auch Marek Piotrowski, der durchaus eine Chance wittert. „Wir wollen versuchen, unsere Außenseiterrolle zu nutzen“, freut sich der Herner Cheftrainer auf den interessanten Vergleich. „Vor zwei Wochen im Pokal haben wir 17 Minuten lang gezeigt, dass wir mithalten können. In diesen 17 Minuten hat die Mannschaft dran geleckt. Jetzt ist sie hungrig und will wissen, ob sie diese Phase ein wenig ausdehnen kann.“ Vielleicht auf 37 Minuten? „Das wird nicht reichen“, meint der HTC-Coach. „Dann biegt Wasserburg in den letzten drei Minuten das Spiel noch um.“

Was er damit sagen will, ist klar: Es bedarf einer engagierten, hoch konzentrierten Leistung über die gesamten 40 Minuten, um das Spiel bis zum Ende eng zu halten. „Und vielleicht sind es dann ja unsere Zuschauer, die als sechste Frau hinter uns stehen und den Unterschied ausmachen“, hofft der „Magier“ auf einen jener unvergesslichen Abende, an denen der Funke vom Publikum aufs Parkett überspringt und dort ein sportliches Feuer entfacht.

Mehr Motivation geht nicht

Heiß genug sind die HTC-Damen schon jetzt, wie Piotrowski im Training gespürt hat. „Das ist Wasserburg, mehr Motivation geht nicht“, so sein Eindruck. Auch physisch sei sein Team gut vorbereitet. Magda Gawronska musste zwar einige Tage mit dem Training aussetzen, dürfte aber im Kader stehen. Ebenso wie Teya Wright, die nach langer Verletzungspause aber Schritt für Schritt wieder herangeführt werden muss.

Ohne eine Wright in Bestform stellt sich für den HTC an diesem Samstag vor allem eine zentrale Frage: Wer stoppt Emma Cannon? Nur wenn Tuomi, Terzic, Koop und Co. die beste Spielerin und Reboundkönigin der Liga halbwegs in den Griff bekommen, kann sich Herne gegen Bastian Wernthalers Starensemble eine Mini-Chance ausrechnen.

Wolfgang Volmer
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