20.01.2014 | Auf dem Boden der Tatsachen -erste Herren im Abstiegskampf
Eintracht Dortmund - HTC 74:61 (21:22; 16:16; 16:13; 21:10)
Trotz des Fehlens ihres Topscorers und Starting-Five-Centers Alex Konsek wollte die erste Herrenmannschaft des Herner TC am vergangenen Spieltag beim Aufsteiger Eintracht Dortmund endlich mal wieder einen Sieg einfahren. Unmöglich war dies nicht, aber wieder einmal kam alles anders als erhofft...
Lustlos und unmotiviert begann der HTC das Spiel in der verhassten Halle an der Brügmannstr. in Dortmund. Logische Konsequenz war ein schneller Rückstand von 13:4 in der 5. Spiel-Minute. Allerdings war dies auch das "Hallo-wach" für die Brackmannsche Truppe, die postwendend einen Gang höher schaltete. Mit einem 9:0-Lauf sorgte man binnen zwei Minuten für den Ausgleich (13:13, 7. Min.). Verantwortlich waren dafür neben einer gesteigerten Verteidigungsleistung und einer engagierteren Reboundarbeit vor allem Tobias Biermann, der in dieser Phase sechs Punkte in Folge markierte. Gerade noch rechtzeitig rehabilitierte Herne sich und entschied durch zwei Wenzel-Dreier das Viertel für sich, wenn auch sehr knapp (21:22; 10. Min.). Im zweiten Durchgang konnte man trotz Einwechslung der Bankspieler das Niveau halten und das Spiel weiterhin kontrollieren. Weitere 10 Punkte in Serie durch den bärenstarken Tobias Biermann und eine gut funktionierende Defense sicherten dem HTC ein kleines Punktepolster (26:32; 15. Min.). Doch bereits zu diesem frühen Zeitpunkt verpasste es Herne, bedingt durch eine unterirdische Freiwurfquote, sich abzusetzen. Somit endete das Viertel unentschieden und die Eintracht blieb auf Tuchfühlung (37:38; 30. Min.).
Die knappe Halbzeitführung reichte Coach Martin Brackmann jedoch nicht wirklich und er forderte für die verbleibenden 20 Minuten eine deutliche Steigerung, was Einsatz und Intensität anging. Doch wieder einmal verpufften die Worte des Großmeisters in der Luft und die Eintracht kam mit deutlich mehr Siegeswillen aus der Kabine zurück aufs Spielfeld. Die Folge war ein 11:2-Run der Gastgeber (48:40; 26. Min.). Doch noch war der Drops nicht gelutscht. Eine Herner Auszeit später initiierte der ansonsten an diesem Tag glücklose Badziong durch einen Dreier eine 11:5-Aufholjagd, bei der abermals die Freiwurfquote verhinderte, dass die Brackmannsche Truppe in Führung ging (53:51; 30. Min.) Im letzten Viertel ging es also um die Wurst. Schade, dass die Herner anscheinend schon vorher gegessen hatten! Anstatt nochmal Vollgas zu geben um die Punkte einzuheimsen, wurde man im Schlussabschnitt deutlich vorgeführt. Gleich mehrere gute Chancen unter dem Korb verfehlten ihr Ziel und von außen traf der HTC im Schlussabschnitt absolut gar nichts mehr. Obwohl Brackmann mit Wroblewski, Klems und Kaminski gleich 3 Center mit einer Körpergröße von über 2m zur Verfügung hatte, entschied sich der Herner Headcoach für die kleinst-mögliche Aufstellung. Folge war eine klare Reboundunterlegenheit, die so gut wie keine zweiten Chancen in der Offensive zuließ. Zusätzlich konnte Team-Kapitän Felix Wenzel bedingt durch seine Foulbelastung lediglich in den letzten Spielminuten wieder ins Geschehen eingreifen. Leider war es da bereits zu spät um das Spiel noch zu drehen. Durch die aggressive Defense der Gastgeber kam man ab der Viertelmitte kaum noch zu freien Würfen, während die Fehlwurforgie unter dem Korb munter weiterging. Ein 13:0-Run der Eintracht von der 33. bis zur 36. Minute entschied das Spiel vorzeitig (68:54; 36. Min.). Danach konnte Biermann zwar noch ein paar Körbe einstreuen, diese dienten allerdings nur noch der Ergebnis-Kosmetik (74:61; 40. Min.). Die Niederlage hat sich der HTC also erneut selbst zuzuschreiben und geht auch in der Höhe in Ordnung. Auf diesem Spielniveau würde es schon fast an ein Wunder grenzen, wenn man mit einer Freiwurfquote von unter 30% (8/27) ein Spiel gewinnen würde. Mal davon abgesehen, dass außer Tobias Biermann auch kein Herner Spieler in der Lage war seine eigentliche Leistungsfähigkeit abzurufen!
Scoring: Biermann 27/1-7; Wenzel 10/2/1-2, Klems 9/3-7, Badziong 6/1/1-3; Korschek 3/1-4, Wroblewski 3/1-2; Pajonk 0/0-2; DeLaCruz, Konsek; Kaminski (n.e.)
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