03.02.2014 | Wenzels Buzzer-Beater sichert wichtigen Last-Second
1. Herren: Last-Second-Sieg im Abstiegskampf
Wenzels Buzzer-Beater sichert wichtigen Last-Second

Ohne Starting-5-Spieler Jascha Korschek stand dem HTC am ersten Spieltag der Rückrunde nur ein etatmäßiger Flügelspieler zur Verfügung. Nichtsdestotrotz musste endlich mal wieder ein Sieg her, und diesen wollte sich die erste Mannschaft auch mit allen Mitteln erkämpfen.

HTC - TVG Kaiserau 57:56 (16:15; 9:8; 14:14; 18:19)

Nervös starteten beide Teams in die Begegnung und es dauerte ganze drei Minuten, bis Benedikt Badziong den ersten Korb der Partie erzielte. Danach war der Bann jedoch gebrochen und der HTC kam besser ins Spiel (6:0; 3. Min.). Dadurch zwang man den TVG bereits früh zur ersten Auszeit, die jedoch nur wenig Wirkung hatte. Über einen Dreier von Badziong und zwei Freiwürfe von Pajonk erarbeitete sich die Heimmannschaft bereits zur Viertelmitte ein kleines Punkte-Polster (11:6; 7. Min.). Leider war Trainer Brackmann ausgerechnet an diesem Tag in “Probierlaune“ und wechselte die gesamte Partie munter durch. Prompt entstand der berühmte Bruch im Herner Spiel und die Germanen aus Kaiserau nutzten dies mit einem 9:5-Lauf aus (16:15; 10. Min.).

Im zweiten Viertel ließ der Herner Head-Coach erneut mit drei Centern gleichzeitig spielen, was sich bereits im letzten Spiel als problematisch darstellte. Aufgrund der frühen Foulbelastung von Felix Wenzel musste dieser fast die gesamte erste Hälfte auf der Bank schmoren, während Daniel Pajonk gezwungen war ohne Pause durchzuspielen. Trotz mehrerer unnötiger Ballverluste wussten es die HTC-ler jedoch dieses Mal sich an die von den Schiedsrichtern vorgegebene Härte des Spiels anzupassen und hielten gegen die körperlich starken Gäste unter dem Korb konsequent dagegen.

Schnell war klar, dass es heute keine leichten Punkte für die beiden Kontrahenten geben würde, wobei Herne lediglich davon profitierte, dass sich zur Abwechslung mal die Gäste unterklassig von der Freiwurflinie präsentierten. So kam es, dass die Punkteausbeute in diesem Viertel lediglich bei 9:8 für den HTC lag. Besonders auffällig war, dass im gesamten zweiten Durchgang lediglich Pajonk, unter anderem mit einem Wahnsinns-Buzzer-Beater aus neun Metern Entfernung, und Alex Konsek punkteten. Trotzdem spielte Brackmann seine ungewohnte Rotation weiterhin durch und die Lokalmatadoren konnten lediglich eine knappe Führung mit in die Halbzeit nehmen (25:23; 20. Min.).

In Halbzeit zwei ging die Defensiv-Schlacht nahtlos weiter, wobei Herne endlich auf Punktemaschine Wenzel zurückgreifen konnte, der in den zweiten 20 Minuten ganze 12 Punkte erzielte. Nach einer kurzen Durststrecke zeigte sich den Zuschauern in der MCG ein fast identisches Bild der ersten Halbzeit: Erst zog der HTC über Wenzel und Konsek davon (38:31; 27. Min.), nur um den Gegner zum Viertelende wieder in Schlagdistanz kommen zu lassen (39:37; 30. Min.). Es bahnte sich also wieder eine enge Partie für den HTC an, welche erst mit der Schlussirene entschieden werden sollte…

Zumindest offensiv legten nun jedoch beide Teams eine Schüppe drauf, wobei Herne weiterhin die Nase vorn behielt (47:43; 36. Min.). Das frühe Ausscheiden des gegnerischen Key-Players Krynojewski begünstigte den HTC mit einem unvorhergesehenen Größenvorteil, den Alex Konsek vorbildlich ausnutzte (52:49; 39. Min.). Mit einer Drei-Punkte-Führung und Ballbesitz ging es für die Lokalmatadoren in die letzte Spielminute und eigentlich hätte man sich nur vom nun unter Zeitdruck stehenden Gegner foulen lassen müssen, doch wie so oft kam mal wieder alles anders! Ausgerechnet jetzt fing der TVG an von Außen zu treffen. Nach einem Fehlversuch des HTC konnten die Gäste über einen Dreier ausgleichen. Doch auf Konsek war wieder mal Verlass. Leider zerrten Nervosität und erste Erschöpfungserscheinungen am Nervenkostüm des erneut stärksten Herners, woraufhin dieser lediglich zwei von vier Freiwürfen traf (54:52; 40. Min.). Doch zum Glück für Herne verfehlte der TVG den nächsten Angriff und musste somit foulen.

Ein unnötiger Pass und mangelnde Absprache der Herner schenkten dem Gast jedoch durch einen weiteren Ballverlust die erneute Möglichkeit zum Ausgleich. Das war Kaiserau jedoch zu wenig und es folgte der nächste Dreier und die damit einhergehende Führung 20 Sekunden vor Spielende (54:55; 40. Min.). Nun überschlugen sich die Ereignisse: Herne vergab den nächsten Angriff und musste nun selber die Uhr anhalten. Zu allem Unglück wurde ein hartes Foul als unsportlich gewertet und der TVG hatte nun alle Chancen den Sack zuzumachen. Doch erneut versagten den Gästen die Nerven an der Freiwurflinie und es gelang nur ein Treffer bei vier Versuchen (54:56; 40. Min.). Zehn Sekunden blieben den Hausherren also noch um die Partie zu drehen. Die Spannung steigerte sich ins Bodenlose und alles konzentrierte sich auf Go-to-Guy Felix Wenzel. Dieser blieb jedoch unbeeindruckt, nutzte einen Wurfblock aus und netzte mit der Schluss-Sirene eiskalt den Siegdreier ein (57:56; Spielende). Unter lautem Jubel und Beifall von der Tribüne feierte der HTC den hart erkämpften Sieg und den Mann des Tages: Felix Wenzel!

Fazit: Eine unnötig spannende Partie ging endlich mal zugunsten des HTC aus, der nun voller Tatendrang auf die weiteren Spiele der Rückrunde blickt. Nun liegt es weniger an der Mannschaft und deren Einstellung, als an Trainer Brackmann, im weiteren Saisonverlauf eine professionelle Leistung auf diesem Spielniveau herbeizuführen um den potenziellen Abstieg möglichst frühzeitig abzuwenden. Weiter geht’s in der kommenden Woche beim Lokalkonkurrenten aus Langendreer (18Uhr, Sz Langendreer)…

Scoring: Konsek, A. 15/9-14; Wenzel 12/1/3-6; Pajonk 11/1/2-4; Biermann 9/1-1; Badziong 5/1; DeLaCruz 3/1-2; Klems 2/0-2; Wroblewski 0/0-2; Kaminski (n.e.); Osaj (n.e.)
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