09.02.2014 | HTC-Damen mischen die Liga auf
Herner TC - TV Saarlouis Royals 94:70

Der Fahrstuhl saust aufwärts, Hernes Basketballerinnen mischen die Bundesliga auf. Gegen die Royals des TV Saarlouis feierten die HTC-Damen mit einem glatten 94:70 (18:15, 21:23, 28:12, 27:20) den dritten Sieg in Folge und stürmten erstmals in der Vereinsgeschichte auf den dritten Platz. Entschieden ist zwar noch nichts, aber es muss an den letzten sechs Spieltagen schon verdammt viel schieflaufen, um noch die Play-Offs zu verpassen. Die stetig wachsende Fan-Gemeinde kann sich auf weitere spektakuläre Abende im April freuen.
Ein Spektakel voller Emotionen und mit hohem Unterhaltungswert erlebten die Zuschauer auch gegen die Royals. Dabei war die Partie nicht einmal sonderlich spannend, und auch das sportliche Niveau war in vielen Phasen überschaubar. Umso schöner war das Ambiente. Tribüne und Innenraum waren proppevoll, die Stimmung war prächtig, auch dank der unermüdlichen Trommler aus Saarlouis, und selbst reservierte Zeitgenossen ließen sich von der Leidenschaft mitreißen, mit der die jungen Damen beider Teams um jeden Ball kämpften. So muss Sport sein.
Nervöse Anfangsphase
Es brauchte allerdings eine Zeit, bis die Post richtig abging. Die Anfangsphase war von Nervosität geprägt. Henna Salomaa, die vor den Augen ihrer aus Finnland angereisten Familie stark aufspielte, erzielte in der dritten Minute den ersten Herner Korb zum 2:2, nach dem 8:8 (6.) konnte sich der HTC mit einer 6:0-Serie binnen einer Minute erstmals leicht absetzen. Doch das beruhigte die Nerven noch keineswegs. Aus einem 18:12 (9.) wurde ein 18:23 (12.), weil der HTC etliche Korbleger ausließ, seine Größenvorteile nicht konsequent ausspielte und die Defense die quirligen Royals nicht zu packen bekam.
Marek Piotrowski reagierte, bat zur Auszeit und schickte die erfahrene Minja Terzic aufs Parkett. Mit Erfolg. Der HTC legte seine Hektik ab, spielte seine Angriffe besser aus und brachte die Distanzschützinnen in gute Wurfpositionen. Terzic selbst setzte den ersten Dreier zum 27:27 (16.), Katarina Flasarova und Magda Gawronska ließen weitere folgen. Weil es aber nicht gelang, die oft mit Bodenpässen eingesetzte Kayla Tetschlag zu bremsen, konnte sich Herne bis zur Halbzeit nicht absetzen.
Nach der Pause aber ging es ratzfatz. Der HTC machte Druck, verteidigte aggressiver und erhöhte das Tempo. Dem konnten die Gäste nicht lange standhalten. Ohne Keisha Hampton und die früh verletzt ausgeschiedene Brittany Kennedy fehlten ihnen die personellen Optionen, um gegen die Herner „Elfer-Rotation“ zu bestehen. Zumal neben Terzic auch eine andere Hernerin auftrumpfte, die sonst wenig Spielzeit erhält: Luisa Bräuer. Von 50:40 (23.) konnten die Royals zwar noch auf 50:45 verkürzen, als dann aber Tetschlag binnen Sekunden ihr drittes und viertes Foul kassierte, streckte Gäste-Trainer Rene Spandauw die Waffen. So baute der HTC seine Führung immer weiter aus, bis er trotz des mit 18 Punkten verlorenen Hinspiels auch im direkten Vergleich die Nase vorn hatte.
„Wir haben eine Halbzeit gebraucht, um wach zu werden. Aber dann haben wir richtig an der Schraube gedreht“, schmunzelte HTC-Trainer Marek Piotrowski am Ende zufrieden.

09.02.2014 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer
<< zur Übersicht...