08.04.2014 | HTC öffnet Tor zum Halbfinale
So richtig feiern konnte Marek Piotrowski den Sieg gegen Halle nicht. Hernes Trainer hätte sich nach der Schluss-Sirene viel lieber zurück ins Bett gelegt. „Ich bin platt, aber auch sehr zufrieden“, erklärte Piotrowski, den am Sonntag eine fiebrige Erkältung plagte. Immerhin: Auch Hernes Spielerinnen hatten sich an diesem Nachmittag nicht geschont. Herne drehte ein Spiel, das nach 15 Minuten schon verloren schien. „Eine fantastische Energieleistung“, lobte Siebert und auch Piotrowski erkannte: „Der Kampf war heute der Schlüssel zum Erfolg.“
Nicht beschönigen wollte Piotrowski den schwachen Start ins Spiel. Der Gast aus Sachsen-Anhalt ergriff sofort die Initiative. Nicht zu bremsen war Halles Tiffany Porter-Talbert. Die 29-jährige US-Amerikanerin hatte bereits nach fünf Spielminuten neun ihrer insgesamt 26 Punkte gesammelt. Herne fand lange Zeit kein Mittel, Porter-Talbert aus der Zone zu halten, oder ihr zumindest den Weg zum Korb zu erschweren. Nicht einmal mit einer Doppelbewachung. Halle beendete das erste Viertel mit einer 27:17-Führung, legte dann sogar noch nach. Nach zwölf Spielminuten führten die Löwinnen mit 34:17. In der MCG-Arena waren nur noch die knapp 50 Schlachtenbummler aus Halle zu hören, kaum einer glaubte noch an eine Herner Siegchance.
Doch dann beendete Katarina Flasarova den Spuk. Hernes tschechische Flügelspielerin heftete sich an die Fersen von Porter-Talbert. Die Hallenserin war schnell völlig entnervt, kassierte nach Protesten ein Technisches Foul, das Herne nutzte, um auf 30:40 zu verkürzen (18.). Der durch Flasarova entzündete Funken breitete sich auch auf die Zuschauertribünen aus. Halle rettete eine 44:36-Führung in die Halbzeitpause, konnte Hernes Lauf aber nicht mehr bremsen.
Eine stark aufspielende Quenice Davis im Aufbau und einer resolut agierenden Centerin Teya Wright ermöglichten in der 24. Minute zum ersten Mal den Ausgleich (44:44), Katharina Müller gelang sogar die 46:44-Führung. Halle hielt nun energisch dagegen. Bis zur Schluss-Sirene sollte sich keines der beiden Teams absetzen können. Dramatisch wurde es in der Schlussminute, deren Verlauf von insgesamt fünf Auszeiten und drei fragwürdigen Schiedsrichter-Entscheidungen gekreuzt wurde. Herne hatte sich das Glück mittlerweile verdient. Katarina Flasarova zeigte von der Freiwurflinie keine Nerven (71:68) und Halles letzter Dreierversuch von Amanda Rego tropfte von der Korbkante zurück ins Spielfeld.

06.04.2014 / WAZ Herne / Felix Hoffmann

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