26.04.2014 | Basketball-Bundesliga: HTC demütigt Wasserburg und erzwingt 3. Spiel
Herner TC - TSV Wasserburg 83:73 (23:23, 27:16, 22:14, 11:20.)
HTC: Davis (12/1), Müller (2), Koop (6), Terzic (2), van der Velde (2), Karic (6), Salomaa (16/3), Flasarova (14 (2), Wright (23).

TSV: Breitreiner (24/5), Barnert (5), Dover, Jeltema (8/1), Wagner (8), Sten (5), Brunckhorst (7/1), Cannon (16)
Zuschauer: 700

Was muss das für ein Spiel gewesen sein, wenn selbst der ehemalige SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Franz Müntefering noch Minuten nach der Schlusssirene auf der Tribüne steht, applaudiert und die Spielerinnen und den Trainer einzeln abklatscht.
Begeisterung pur. Fans, die zu Recht aus dem Häuschen waren. Nur einer blieb nach dem Spiel ruhig und selbst das, als ihm der Vereinsvorsitzende Wolfgang Siebert nach dem Spiel im Mittelkreis anlässlich seines Geburtstags einen Blumenstrauß und eine Flasche Sekt spendierte: Marek Piotrowski.
„Wir waren besser“, sagte das Geburtstagskind später gefasst. Stimmt. Und der Pole legte noch einen drauf: „Wir sind auf Augenhöhe mit Wasserburg.“
An diesem Abend nicht nur das. Die Gastgeberinnen dominierten. Und als selbst Franz Müntefering beim Freiwurf-Spielchen in der Pause mit einem Unterhandwurf traf, da war irgendwie klar: Der HTC wird die Partie gewinnen.
Zu diesem Zeitpunkt führte das Team um die dieses Mal überragende Teya Wright schon 50:39. Sensationelle 50 Punkte in einer Halbzeit gegen Wasserburg, eine gigantische Ausbeute. Großen Anteil daran hatten Wright und Henna Salomaa. Die Amerikanerin verwandelte in Durchgang eins alle ihre sieben Würfe aus der Nahdistanz. Im ersten Spiel noch ihre große Schwäche. Die Finnin traf sogar alle ihre Würfe – egal aus welcher Distanz. Einen aus der Mitteldistanz, drei Drei-Punkte-Würfe und vier Freiwürfe. Was für eine traumhafte Quote.
Das war wichtig, aber mindestens genauso wichtig war, dass die Hernerinnen die Centerin Emma Cannon weitestgehend aus dem Spiel nahmen. Zwar sammelte sie 16 Punkte und 14 Rebounds, doch dominierte sie bei weitem nicht so wie noch im ersten Aufeinandertreffen.
Dass man Dreier-Spezialistin Anne Breitreiner (25 Punkte) nicht ganz ausschalten konnte, Schwamm drüber. Dafür behielt die HTC-Defense den Rest des gut bestückten TSV-Kaders unter Kontrolle. Üblicherweise erzielen gleich fünf Wasserburgerinnen eine zweistellige Ausbeute, dieses Mal nur Breitreiner und Wright.
Spätestens als Emina Karic mit einem Korbleger durch die offene Zone zum 57:39 traf, da durfte von einem dritten Playoff-Spiel geträumt werden. Als Quenice Davis Mitte des dritten Viertels dann noch einen Dreier zum 64:43 (21 Punkte Vorsprung) versenkte, war die Partie gelaufen. Da machte es auch nichts, dass Karic (26.) und Wright (31.) früh ihr viertes Foul kassierten. Das Ding war durch.
Und wenn’s läuft, dann läuft’s. Das zeigte Lisa Koop. Kurz nacheinander traf sie zwei Freiwürfe und einen Schuss aus der Mitteldistanz. Spätestens da war der Widerstand des TSV endgültig gebrochen.
Respekt. Das Wort hat Emma Cannon auf ihrem Arm tätowiert. Respekt – den hat sich der Herner TC an diesem Abend redlich verdient. Auch von Emma Cannon.

26.04.2014 / WAZ Herne / Rupert Joemann
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