09.03.2015 | Basketball: Herzschlagfinale um Platz zwei
in einer Mischung aus Erleichterung und Begeisterung mit, bis die Mannschaft sich auf die Ehrenrunde durch die Halle macht, sich bedankt, alle Unterstützer abklatscht.

66:64, 0:00, das sind die Zahlen, die auf der Anzeigetafel stehen und die Grund für den Herner Freudentaumel sind, Herne 66, Saarlouis 64, das Spiel ist aus. Das heißt: Der zweite Tabellenplatz der regulären Saison ist den Basketballerinnen des Herner TC nicht mehr zu nehmen, das ist die beste Platzierung der HTC-Vereinsgeschichte. Die Ovationen hatten sich die Spielerinnen redlich verdient, für 40 Minuten harte Arbeit gegen starke TV Saarlouis Royals, die direkte Konkurrenz um den zweiten Platz, die den grippe-gebeutelten HTC an die Grenzen seiner Kräfte brachte.

Auffälligste Hernerin war Teya Wright, die ein Double-Double (20 Punkte, 10 Rebounds) auflegte und sich mit Royals-Topscorerin Kayla Tetschlag packende Duelle lieferte. Mit einer starken Anfangsphase, in der sie beide Bretter und Körbe dominierte war, lieferte Wright einen entscheidenden Beitrag, dass Herne zunächst vorne lag. Viele kleine Fehler der Hernerinnen halfen den Royals zum 14:14 erstmals auszugleichen. Direkt zu Beginn des zweiten Viertels lag Saarlouis erstmals vorn, Ireti Amojo brachte Herne in kürzester Zeit zwei Mal wieder die Führung, die sich Saarlouis jeweils postwendend zurückholte, bis zum 23:25.

Was dann folgte, war eine fünfminütige Machtdemonstration von Hernes Trainer Marek Piotrowski und seiner Mannschaft: Der „Magier“ stellte von Mann-Verteidigung auf Zone um – die Gäste waren überrumpelt, der HTC wie entfesselt, mit einem 14:0-Lauf zog Herne davon, nahm acht Punkte Vorsprung mit in die Pause. „Wir wussten, dass die Mannschaft von Saarlouis mit der Zone Schwierigkeiten hat“, so Piotrowski nachher, „das haben wir in dieser Phase gut ausgenutzt.“

Die Gäste kamen mit Feuer aus der Halbzeit, verteidigten hart und offensiv, pressten meist übers halbe, streckenweise übers ganze Spielfeld. Intensiv und kraftraubend für beide Teams, ein echtes Problem aber für den HTC, bei dem die kranke Kitty Müller nur als mentale Unterstützung dick eingepackt auf der Bank saß. Auch die Nachwuchsspielerinnen Mali Sola und Anna Lappenküper fehlten, dazu die Langzeitverletzte Charmaine Callahan, einige weitere waren nicht ganz fit. „Wir hatten die Woche über große Probleme, mehrere Spielerinnen waren angeschlagen, uns ist dann zum Ende hin ein wenig die Kraft ausgegangen“, erklärte Marek Piotrowski nachher, warum seine Mannschaft am Ende noch in Bedrängnis kam.

Acht Minuten vor Spielende versenkte Quenice Davis einen wilden Dreier mit der Shotclock-Sirene zum 55:44, aber das reichte nicht. Saarlouis kam Punkt um Punkt heran, führte 1:37 Minuten vor der Schlusssirene mit 63:64 – bei noch 50 Sekunden auf der Uhr sorgte Ireti Amojo dann für die erneute HTC-Führung. Offensivfoul Saarlouis (noch 32 Sekunden auf der Uhr), Q Davis spielt die Uhr herunter, passt zu Slavova-Naneva (noch zehn), die trifft nicht (noch acht), Teya Wright holt den Offensivrebound (sieben), Herne lässt den Ball laufen, Saarlouis Gina Groß zwingt Emina Karic an die Freiwurflinie (knapp drei Sekunden auf der Uhr). Die HTC-Kapitänin trifft den ersten, der zweite springt heraus, Rebound Saarlouis, doch 2,9 Sekunden reichen den Royals nicht, um noch zum Herner Korb zu kommen. Danach ist alles Jubel.

08.03.2015 / WAZ Herne / Philipp Ziser
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